Yachtclub Theresianische Militärakademie

PRÜFUNGSTÖRN 2016
Marina Funtana 07.05.2016 bis 14.05.2016
Bericht

Heuer fand der FB 2-Prüfungstörn von 07.05.2016 bis 14.05.2016 – wie üblich ausgehend von der Marina Funtana in Kroatien (Istrien) – statt.

Er umfasste auf zwei Schiffen 14 Teilnehmer:

      • Auf der Bavaria 46 „Hansi“ als Ausbildungsskipper Mario LOHR, als sein Co-Skipper Mario TALLIAN, sowie vier Prüflinge:
        Alexandra HÖNIG
        Martin FRENZEL
        Gerald HOBERG
        Gerhard VOGEL

        und

        Martin HÜBL,
        der bereits die Theorieprüfung abgelegt hatte und an diesem Törn zu Übungszwecken teilnahm.
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  • Auf der Bavaria 46 „Santa Cruz II“ als Ausbildungsskipper Eva PIETSCH, als ihr Co-Skipper Franz OFENBÖCK, sowie vier Prüflinge:

    Dieter SCHOBER
    Harald PETERSILKA
    Werner ZACH
    Charly WEITZBAUER

    und

    Michaela BAUER
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Nach den – wie üblich intensiven – Übungstagen konnte die weiße Fahne gehisst werden, denn alle acht Prüflinge hatten positiv bestanden.

Alexandra HÖNIG

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brachte ihre auf der „Hansi“ gemachten Beobachtungen des Ablaufes der Woche mit folgenden Zeilen zu Papier:

Lange haben wir darauf gewartet,
dass der Prüfungstörn endlich startet.

Am 7.Mai sind wir nach Kroatien gereist,
gemischte Gefühle im Gepäck verschweißt.

Gemütlich ein Willkommensbier genommen,
bis schließlich die gesamte Crew dort angekommen.

„Hansi“ - unser neues Heim,
sollte unsere Unterkunft für die nächsten sieben Tage sein.

„Hansi“, eine 46er Bavaria Segelyacht,
beim Namen haben wir schon kurz mal gelacht.
Allein beim Funkspruch mit diesem Namen,
uns einige lustige Gedanken kamen.

Getränke und Essen an Bord verstaut,
bei der Menge haben wir erst mal schön geschaut.
Wohin nur mit den ganzen Kisten?
Wir wollen uns hier ja nicht für drei Wochen einnisten!
Doch mit Gefühl und mit Bedacht
haben wir schließlich doch alles untergebracht.

Dabei ist ein riesen Fehler passiert,
denn hat es wen nach einem Bier pressiert,
musste er sich durch den Kühlschrank wühlen,
denn es war ganz unten, um es besser zu kühlen embarassed.

Bei einem köstlichen Beef Tartar ging der erste Tag dann dem Ende zu,
müde gingen wir zur Ruh.

Sieben Uhr Tagwache am nächsten Morgen,
Frühstück, Sicherheitseinweisung und dann bereitete uns die Mauer von Umag Sorgen.
Anlegemanöver hin und her,
mit dem Heck zur Mauer manchmal schwer.
Auch die Vorspring nicht immer gut erwischt,
da hat der Kugelfender schon mal ordentlich gezischt.
Der Abstand zur Mole schien manchmal recht groß,
manche Sprünge echt famos.
Manchmal sich nicht zu springen getraut,
da war das Anlegemanöver dann versaut.

Ein köstlicher Duft begleitete uns schon den ganzen Tag,
der Braten im Rohr schon seit Stunden lag.
Hat doch der Franz Geburtstag heute,
gibt's Schweinsbraten für die ganze Meute.
Dazu gab‘s Knödeln und Apfelkraut,
da hat der Franz erst mal schön geschaut.
Auf der Mauer von Umag wurde dann serviert,
da haben die Nachbarn vor lauter Staunen die Schoten gefiert.
Gemütlich ließen wir den Tag ausklingen,
waren gespannt, was der nächste Tag wird bringen.

Montag Morgen läutete der Wecker wieder zur frühen Zeit,
der Weg zur Dusche echt weit.
Man könnte es auch eine Weltreise nennen,
konnten wir deshalb doch glatt zwanzig Minuten kürzer pennen.

Heute werden Segelübungen gemacht,
dann wird „Hansi“ an eine Boje nach Porec gebracht.

Eine Pizzeria für heute Abend angedacht,
haben uns auf den Weg gemacht.
Das Taxiboot dann nach dem Essen,
wird wohl auch keiner vergessen.
Hochbeleuchtet und mit lauter Musik,
jeder mit einem Grinsen ausstieg.

Von dort starteten wir dann in die Nachtfahrt hinein,
hoffentlich finden wir nach Funtana heim.
Die Leuchtfeuer gar nicht so einfach zu benennen,
manche echt schwer zu erkennen.
„Alti“, „Fritzl“ & Co,
da noch ein Einzelgefahrenzeichen irgendwo.
In der Nacht sieht alles anders aus,
wir kamen trotzdem gut nach Haus.

Auch am Dienstag mussten wir früh aus den Federn hüpfen,
und ins Segelgewand schlüpfen.
Schließlich gibt es heute wieder viel zu tun,
da gibt es kein langes Ausruhen.

Üben, üben, den ganzen Tag,
da kann man sagen was man mag.

Lernen tun wir hier echt viel,
das war ja auch unser Ziel.

Heute wird an Bord gekocht,
und auf ein gutes Abendessen gehofft.
Derweil in der Küche wird geschnippelt,
werden an Deck Schiffe aus Servietten gewickelt.
Mario & Mario haben lange studiert,
wie denn diese Falttechnik nun funktioniert.
Auch wenn es recht gut lief,
die Schiffe waren dennoch schief.

Dann ging es in die Nachtfahrt hinein,
unser Ziel heute sollte Vrsar sein.
Einmal hin und zurück gefahren,
zwei Leuchtzeichen unsere Deckungspeilung waren.
Zur späten Stunde landeten wir wieder im Hafen,
und gingen müde und glücklich schlafen.

Der Mittwoch brachte kein gutes Wetter,
aber da gab es kein Gezeter.
Denn „situationselastisch“ wie wir waren,
sind wir sogleich losgefahren.
Das Wort übrigens von Mario Lohr kreiert
und von der restlichen Crew dann inhaliert smile.

Am Nachmittag kam dann plötzlich ein Funkspruch rein,
ein anderes Boot sollte in Seenot sein.
Scheinbar ist ein Vampir gestrandet
und direkt auf der „Santa Cruz“ gelandet.
Und tatsächlich auch auf dem Video zu sehen -
da scheint es echt ungeheuer umzugehen!
Einer scheint schon gebissen,
die anderen vor Angst schon zerrissen!
→ Hoffentlich hat sich keiner in die Hosen geschissen!!

Wir machen uns schnell auf den Weg, um sie zu retten,
wir werden sie wohl längsseits schleppen.

Dort angekommen staunen wir nicht schlecht,
der Vampir ist tatsächlich echt!
Auch ein Untoter ist schon an Bord
und treibt sein Unwesen dort.

Als Bergelohn ein Stamperl Blut -
und alles war wieder gut.

Dann kam Donnerstag - unser Prüfungstag,
angespannte Stimmung und Nervosität ganz arg.

Wir fuhren zuerst nach Vrsar zum Tanken,
alle versunken in eigenen Gedanken.

Dann kam Anton, der Prüfer, zu uns an Bord,
zuerst sprach vor Nervosität fast keiner ein Wort.

In Vrsar haben wir dann mit den Anlegemanövern begonnen
und sind später wieder in Funtana angekommen.

Die Nachtfahrt stand als nächstes an,
mit hohem Wellengang, na dann …

Gott sei Dank hatten wir Martin im Geleite,
er erkannte jedes Leuchtfeuer noch vor seiner Nenntragweite.

Gut wieder angekommen im Hafen, gingen wir dann müde schlafen.

Die Prüfung ging am nächsten Tag dann weiter,
Segelmanöver - Oh wie heiter!
Manöverkreise, Boje über Bord und alle diese Geschichten,
das Boot im richtigen Kurs ausrichten,
zum D‘rüberstreuen noch ein Ankermanöver gemacht,
dann hatten wir alle die Prüfung geschafft.

Danke an Mario & Mario für eine sensationelle Woche und zum Abschluss:
„Danke, habe fertig!“
(Ausspruch der Woche von Mario Tallian)

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Werner ZACH

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seinerseits schrieb über seine Sichtweise der Woche auf der „Santa Cruz“ folgenden Bericht:

Ausbildungs - und Prüfungstörn FB 2
des YC Theresianische Militärakademie

SY "Santa Cruz II"

07.05. - 14.05.2016

Skipper (Die Chefin): Eva

Co-Skipper (El Präsidente): Franz

Prüflings-Crew:

Charly (The Regattaman)

Dieter (Neo-Storchenpapa)

(auf seinem Haus hatte während des Törns

ein Storch sein Nest zu bauen begonnen)

Harald (The Navigator),

Werner (Käpt´n Iglo)

Michaela

Samstag, 07.05.

Nach der individuellen Anreise und Ankunft in der Marina Funtana wurde zuerst mal im Marina-Restaurant gut gegessen, getrunken und zusammengewartet, ehe anschließend um 16 Uhr wie vereinbart die Schiffe eingeräumt wurden.

Anschließend gab es die ersten Einweisungen in das Schiff. Um 2000 erfolgte das gemeinsame Abendessen.

Sonntag, 08.05.

Um 0600 Tagwache, um 0700 Frühstück und ab 0800 ging es los: Sicherheitseinweisung, Notrolle, Wacheinteilung usw., usw ......

Nach einem kleinen Imbiss wurde ausgelaufen - das erste Manöver wurde von Skipperin Eva durchgeführt.

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Die Fahrt ging Richtung Umag, wo wir gegen 1500 eintrafen.

Dazwischen wurden eifrig diverse Manöver wie Wende, Halse, Aufschießer, usw. und ab 1600 Hafenmanöver geübt.

Michaela war inzwischen in der Kombüse tätig und fabrizierte jede Menge Semmelknödel und Bratkartoffeln, da in Umag an der Außenmole ein abendliches Festmahl anlässlich des Geburtstages unseres geschäftsführenden Präsidenten Franz geplant war (der davon nichts wusste, aber wohl etwas ahnte).

Am anderen Schiff wurde inzwischen ein Surbraten (ca.4 kg!!) und ein Riesentopf Sauerkraut zubereitet.

Nach etlichen Anlegemanövern römisch-katholisch und folgendem Ablegen ging auch dieser Tag mit einem Anlegemanöver an der Muring in sein abendliches Finale.

Nachdem es bereits dämmerte, wurde Franz eine "leuchtende" Geburtstagstorte überreicht und fleißig gesungen, bevor es an die Ausspeisung an der Außen-Mole ging. Das Essen war hervorragend und mehr als ausreichend. So klang der Abend im Lichte des „präsidialen Geburtstages“ aus.

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Montag, 09.05.

Nach dem Frühstück ging es wieder ans Manövrieren mit Anlegen durch Eindampfen in die Vorspring, ablegen durch Eindampfen in die Vorspring, anlegen römisch-katholisch, drehen am Teller, usw.

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Vor Mittag verließen wir dann Umag und fuhren unter Segel Richtung Porec. Dabei wurden wieder diverse Manöver geübt.

In Novigrad, wo wir zwischenzeitig am Außenhafen an der Mole römisch-katholisch für eine geruhsame Mittagspause anlegten, fingen wir vorher noch zwecks Übung eine Boje mit einem Palstek. Das war im Prinzip ja eine leichte Angelegenheit - jedoch um diese Boje loszuwerden, haben wir zu viert(!) wie die Wilden geschuftet, da diese Boje saumäßig schwer war und der Palstek unter der Boje an der Kette dicht war!

Während der Weiterfahrt nach Porec wurden wieder Manöver geübt - Boje über Bord mit Quickstopp, Kreisfahren mit „am Wind“, „abfallen auf halben Wind“, „raumem Wind“, „Halse“, „raumem Wind“, „halbem Wind“ und schließlich wieder „am Wind“, Wende, Halse, usw.

In Porec angekommen römisch-katholisch an Murings angelegt.

Hundemüde und hungrig ging es dann (nach der Fahrt mit dem Boots-Taxi) an die Suche nach einer bestimmten Pizzeria - es wurde fast eine Stadtführung daraus.

Die Pizzen in diesem Lokal hatten es in sich - eine kleine Pizza war so groß wie bei uns eine normale und die normale wie bei uns eine Familien-Pizza! Die kleine war fast nicht zu schaffen.

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Nach der Rückkehr an Bord wurden dann die Vorbereitungen für die erste Nachtfahrt (Kurs, Wacheinteilung usw.) zurück in die Marina Funtana getroffen.

Um 2100 wurde dann abgelegt und nach vielem Navigieren, Peilen und angestrengtem Suchen diverser Leuchtfeuer, kamen wir dann kurz nach Mitternacht in der Marina Funtana an. Da wir trotz allgemeiner Müdigkeit noch einiges besprechen (auch restliche Pizzen vernichten) mussten, wurde die Nachtruhe eher kurz.

Dienstag, 10.05.

Unausgeschlafen wurden nach dem Frühstück im Raum Funtana den ganzen Tag weitere Manöver wie Anlegen, Ankern, Aufschießer, usw., gefahren.

Am Abend kochte dann Werner unter Zeitdruck am Schiff, da ja heute die Nachtfahrt nach Vrsar angesagt war. Es gab gebeizten Lachs auf Blinis mit Creme Fraiche und Kren und anschließend Schopfbraten-Kottelets auf Spargel-Kartoffel-Gröstl.

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Nach dem Essen und Abwasch galt es: Fertigmachen zur 2. Nachtfahrt, für die der Kurs noch bestimmt werden musste und eine systematische Wachablöse während der Fahrt geplant wurde. Sollte ja die Generalprobe für die morgige Prüfungsfahrt werden.

Nach wiederum: Leuchtfeuer suchen, diversen Peilungen und abwechselndem Navigieren, Steuern, Wachführen und Freiwachen fuhren wir in Vrsar durch den ersten Sektor des Leuchtfeuers in den Hafen ein, drehten eine Runde und steuerten im zweiten Sektor des Leuchtfeuers auf kurzzeitig neuem Kurs bei Wellen, Wind und zeitweisem Regen wieder Richtung Marina Funtana, wo wir gegen 0025 wieder eintrafen.

Eine ausführliche Manöverbesprechung, begleitet von einem kleinen Imbiss, rundete die Nachtfahrt ab.

Anschließend wurde es höchste Zeit zum schlafen.

Mittwoch, 11.05.

Nach wiederum kurzer Nachtruhe um 0945 wieder ausgelaufen zu üblichen Manövern - Wende, Halse, 8er fahren, BOB-Manöver und und und .....

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Da so ein Törn - auch wenn es ein Prüfungstörn ist - ja nicht tierisch ernst sein darf und kann, wurde von Eva ein größeres Manöver eingeleitet (Abschleppen) - und zwar so, dass wir uns von der "Hansi" abschleppen lassen.

Zum Erreichen dieses Zustandes wurde in dem dann abgesetzten Funkspruch der Angriff eines außerirdischen Vampirs genannt, der die Besatzung bereits dezimiert hatte. Begleitend dazu gab es ein Kurz-Video übers Handy, das die Landung des Vampirs auf unserem Vorschiff zeigte.

Funkspruch an die "Hansi":

Hansi, Hansi, Hansi

DE Santa Cruz II

unsere Position 45o 11,03 N, 013o35,66 E

Wir haben ein Problem:

Ein außerirdischer Vampir ist auf unserem Vorschiff gelandet.

Ein Crewmitglied ist ihm bereits zum Opfer gefallen.

Bitten um Hilfe - unbedingt mitbringen:

Fangnetz, Kreuz und Blutkonserven.

Dringlichkeit der Lage auf Whatsapp ersichtlich.

Sicherheitshinweis:

Dringende prophylaktische Einnahme größerer Mengen Knoblauch empfohlen!

Vampirjäger und Tierarzt sind bereits verständigt.

Wir bitten um Hilfe zum Abschleppen in den Hafen der Marina Funtana.

Als Hilfs - und Bergelohn bieten wir eine delikate Flasche

Blut vom Scheiblhofer in bewährter geprüfter Qualität.

Antwort "Hansi":

Wir sind viele Leute an Bord - 1 Flasche ist zu wenig - 3 sollten es schon sein.

Antwort "Santa Cruz II":

Wir haben auch k l e i n e Gläser an Bord!

........ 10 Sekunden Funkstille .......

Antwort "Hansi":

OK - sind überzeugt - wir kommen!

Nach diesem Funkspruch - der natürlich unter lautem Gelächter endete - wurde das "Blut" in Schnapsgläsern vorbereitet. Nach dem seitlichen Anlegemanöver der "Hansi" an die "Santa Cruz II" wurde unter lautem Gelächter der Bergelohn von der Crew der "Hansi" an Ort und Stelle vernichtet.

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Am späteren Nachmittag kam dann unser Prüfer Anton an Bord.

Ab nun ging es los - mit Befragung über das Schiff, Sicherheitsfragen, kurzen Fragen über die Motivation zum FB 2, usw.

Als erste Prüfung war dann Dingi-fahren in der Marina angesagt - wurde auch gleich von der Crew der "Hansi", die auch in der Marina lag, erledigt.

Anschließend wurden die Nachtfahrt nach Vrsar und das Abendessen vorbereitet. Es gab ein von Michi hervorragend zubereitetes Paprikahuhn.

Wir teilten uns die Strecke dann in 4 Teilstrecken ein, sodass jeder abwechselnd jede Position bekleidete. Um 2045 wurde dann in Richtung Vrsar abgelegt - bei Welle 1 - 3 und Wind 10 - 18 kn.

Die Ablösen wurden dann genau nach dem ausgearbeiteten Plan und zurückgelegten Seemeilen durchgeführt und zeigten uns, dass wir unseren vorberechneten Marschplan recht genau einhalten konnten.

Um 2208 trafen wir in Vrsar ein und befanden uns nach der zweiten Wachablöse und einer Hafenrunde um 2213 auf Heimatkurs - diesmal mit der einfacheren Ausfahrt wieder durch den ersten Sektor des Leuchtfeuers. Bei relativ gleichbleibendem Wind, jedoch etwas schwächer werdender Welle, legten wir um 2339 wieder in der Funtana an.

Die übliche Manöverbesprechung und -kritik rundete die Nachtfahrt, die zur Zufriedenheit des Prüfers Anton ausgefallen war, ab.

Donnerstag, 12.05.

Nach wiederum sehr kurzer Nachtruhe - (zum wievielten Male stelle ich das nun fest?) - kam unser Prüfer wieder an Bord zum Frühstück.

Gegen 0800 legten wir ab und fuhren nun unter Segel wieder nach Vrsar. Dabei fuhren wir die diversen geübten Manöver - einer nach dem anderen - und zeigten dann nach weiteren Befragungen und Kommentaren unseres Prüfers unsere Künste (Künste - kommt das eigentlich nicht von "Können"??) beim Eindampfen in die Vorspring.

Anschließend an diese letzten Prüfungsmanöver teilte uns Anton mit, dass alle 4 Prüflinge bestanden haben! Hurra!

Nach kurzer Pause und Imbiss an Bord spendete uns Mario Tallian von der "Hansi" von einem während der Fahrt nach Vrsar gebackenen Apfelstrudel einige Stücke.

Nachdem der Prüfer Anton (nach gemeinsamer Vernichtung des Apfelstrudels) das Schiff gewechselt hatte und die Prüfung nun für die Crew der "Hansi" begann, legten wir dann gegen 1600 wieder ab und nahmen Kurs auf Rovinj.

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Diese Fahrt lief dann recht entspannt ab, da wir hauptsächlich mit Leinenarbeit vertraut waren und unsere Frau Skipper höchstpersönlich das Ruder übernahm.

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Bei langsam auffrischendem Wind und steigender Welle legten wir dann gegen 1800 am Schwimmsteg in Rovinj an.

Nach dem Abendessen - das restliche Paprikahuhn mit viel Saft und Spiralen - stand dann ein Spaziergang durch Rovinj und ein Besuch der Felsenbar am Programm.

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Bei weiter auffrischendem Wind hockten wir wie die Seeschwalben in der Felswand und schlürften unseren Drink. Ausblick auf Meer und Hafen phantastisch!

Nach der Heimkehr aus Schiff hobelten wir noch den am Dienstag nicht mehr verzehrten Mönchskopf mit einem Gläschen Rotwein weg und vereinbarten ein spätes Frühstück um 0900, um endlich etwas länger schlafen zu können. Doch erstens kommt es anders - und zweitens als man denkt!

Freitag, 13.05.

Am Morgen um exakt 0619 - ein lauter Knall und Ruck an Bord - und innerhalb von 10 Sekunden standen wir zu siebt - teils in Unterhose, teils in Nachthemd - am wasserüberspülten Schwimmsteg, der einer Berg- und Tal-Bahn glich.

Neben uns versuchte eine Bavaria 51 (haarneu, noch ohne Namen und auf Überstellungsfahrt von Slowenien nach Trogir, wie sich später herausstellte) anzulegen und hatte uns in der Buggegend gerammt! Gottseidank gab es keinen Schaden.

Die Crew (3 Personen!) hatte das Schiff durch die anrollenden Wellen und den Wind nicht mehr im Griff.

Nach sehr energischen Aufforderungen unsererseits gelang es nach ca. 30 Minuten, das Schiff mit Murings und Heckleinen halbwegs zu stabilisieren, sodass die Crew den Rest selbst erledigen konnte.

Als Dankeschön gab es die letzten drei Dosen Bier der Slowenen für uns.

Da wir alle am Erfrieren waren, gingen wir gleich heiß duschen und wieder an Bord noch etwas ausruhen.

Um 0900 genossen wir dann ein von Eva und Franz perfekt vorbereitetes Frühstück - Alpenlachs geräuchert mit Kaviar.

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Nach Abwasch und aufräumen ging es dann gegen 1050 gemütlich bei schwächer werdendem Wind und Welle nur mit gesetzter Genua zurück Richtung Marina Funtana.

Ein kurzer Zwischenstopp zum Tanken in Vrsar bot Anlass zu einer kleinen Wette:

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Wieviel Diesel haben wir verbraucht?

Mit geschätzten und tatsächlich getankten 60 Litern gewann Charly – w a s , wurde aber vorher nicht ausgehandelt! embarassedfrown

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In der Bucht vor der Funtana erfolgte das letzte Ankermanöver und der Verzehr von - von Eva zubereiteten - köstlichen Palatschinken mit Marillenmarmelade und Schokoglasur.

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Nach dieser Aktion kam auch die "Hansi" bereits in Sicht und beide Schiffe fuhren zum allerletzten, bei uns von Skipperin Eva gefahrenen, Anlegemanöver, zum Steg.

Damit war der Teil des Prüfungs-Törns, der auf dem Wasser stattzufinden hatte, abgeschlossen.

Auf der "Hansi" hatten ebenfalls alle 4 Prüflinge bestanden.

Da dies ein Grund zum Feiern war, bekam auch die Besatzung der "Hansi" von Eva zur Belohnung ein Blech voll Palatschinken serviert.

Es wurden unter viel Gelächter und Geblödel die letzten Tage und Aktionen durchgesprochen und einer kurzen Manöverkritik unterzogen, die allerdings nicht mehr sehr ernst ausfiel.

In weiterer Folge galt es, das Schiff zu klarieren und unsere Utensilien zu packen. Die Autos wurden wieder eingeräumt und alles für die morgige Heimreise vorbereitet.

Am Abend gab es dann im Marinarestaurant noch das Abschiedsessen, sowie die Überreichung der Prüfprotokolle, diverser Anstecknadeln und Schirmkappen des YC.

Wir haben alle die Prüfung bestanden!

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Samstag, 14.05.

Am Samstag gab es dann noch ein gemeinsames Frühstück im Marina-Café, danach löste sich allmählich alles auf und wir traten die Heimreise an.

PS: Unter den Skippern und Crewmitgliedern machte sich die Meinung breit, das dieser Törn eigentlich ein Genuss-Törn mit begleitender FB 2 - Prüfung war - was angesichts der Verpflegung nicht ganz falsch zu sein scheint.

PSPS: Diverse auf der „Santa Cruz“ geäußerte Kommandos:

  • „KLARMACHEN ZUM ANMACHEN!“
    (Sollte heißen: „Klar machen zum Anlegen durch Eindampfen in die Vorspring!“)

  • „AUSSCHALTEN WINKER-ANSCH!“
    („Ausschalten Ankerwinsch!“)

  • „VORSPRINGEN IN DIE EINDAMPF!“
    („Eindampfen in die Vorspring!“)

    (Alle: © by Charly)

Es ergeht ein herzliches Dankeschön an die beiden Autoren!

Der YCTM gratuliert den neuen Skippern zur bestanden Prüfung und wünscht viele freudvolle und interessante Törns, sowie immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel!

Michaela BAUER
(Schriftführerin)